Mit Hut und Spitzenhäubchen

Manchmal kann man bei ebay tolle Guipure-Spitze ergattern. Ich hatte Glück und habe mir für den Barockball in Burgscheidungen ein Spitzenhäubchen genäht.

Schließlich geht eine verheiratete Frau im 18. Jahrhundert nicht ohne Haube aus dem Haus. 

Ein Stück Baumwollstoff wurde rund zugeschnitten und versäumt. Die Spitze wurde in Falten gelegt, gleichmäßig mit Stecknadeln am Stoff festgesteckt und vernäht.
Wichtig war mir, dass beide Bänder am Hinterkopf  gleich lang sind.

Ball-Frisur, 18. Jahrhundert

Mein derzeitiges Projekt, die Robe à la Française, wird nicht rechtzeitig zum Barockball in Burgscheidungen fertig. Weil die Verzierungen sehr aufwendig sind und ich nächste Woche keine Zeit dafür habe, wird die taubenblaue Robe á l'Anglaise mein Ballkleid sein. Manchmal ist das eben so. Was soll's - ich hab wenigstens die Haare schön.


Auf der Website "Coiffure Historiques" gibt es unglaublich viele Anregungen für historische Frisuren, auch aus der Zeit Ludwig XVI. (1774 - 1792).

Bestickte Taschen, 18. Jahrhundert

Schon lange habe ich mit bestickten Taschen geliebäugelt. Weil ich von meinem Großprojekt (einer Robe à la française) eine kleine Verschnaufpause brauchte, habe ich mir dieses Interims-Projekt gegönnt.


Im 18. Jahrhundert waren Taschen nicht in die (Frauen-)Kleidung eingenäht, sie waren separat und wurden mit einem Band um die Taille gebunden. Dann kam der Rock darüber. Der hatte seitliche Schlitze für den Griff in die Taschen.

Projekt "Schokoladenmädchen": Unterrock und Rock

Das Wetter ist so schön, dass man eher wegfährt, als zu nähen. Deswegen komme ich mit dem Schokoladenmädchen nur langsam voran. Aber ein Unterrock und der Rock sind fertig, und langsam ahnt man, was es werden könnte.


Projekt "Schokoladenmädchen": Tuch und Schürze

Das Projekt "Schokoladenmädchen" geht weiter.
Im ersten Teil ist die Haube entstanden, nun kommen Tuch und Schürze dazu.


Will man nah am Original bleiben, wird die Suche nach dem richtigen Stoff aufwendig. So auch hier.

Posamenten- und Zwirnknöpfe

Am 8.4. durfte ich an meinem zweiten Knopfkurs teilnehmen. Der Kurs fand diesmal in der Nähe statt: Im Spitzenfilz-Atelier von Sabine Reichert-Kassube.

Unter der Leitung von Helene Weinold (facebook/Knopfwerkstatt) sind diese kleinen Kostbarkeiten entstanden:

Von links nach rechts: Ottobeurer Knopf, Augsburger Knopf, Ottobeurer Knopf in Weihnachtsfarben, Zwirnknopf.

Ottobeurer und Augsburger Knopf werden über einen Holz-Rohling gewickelt. Der Zwirnknopf  (rechts im Bild) wird um einen Metallring gewickelt und dann umstickt.

Halsbinde, 18. Jahrhundert (Auftragsarbeit)


Für einen tanzbegeisterten Freund ist eine Halsbinde aus zartem Leinen entstanden.
Man kann diese Halsbinde (wenn man das möchte) auch als Schleife tragen.


Hier im Blog habe ich schon viel über das Faltenlegen erzählt (Halsbinde mit Schleife und Seiden-Halsbinde).
Möglicherweise sind diesmal ein paar Detailfotos interessanter.

Projekt "Schokoladenmädchen": Haube

Meine Freundin Anja möchte gern in einem Literaturcafé arbeiten, und zwar formvollendet: Als Schokoladenmädchen.
Weil ich ihre Idee sehr schön finde, steuere ich etwas bei. Hier entsteht die Haube.



Knopf-Kurs

Im Oktober 2017 habe ich nach Quellen für Knöpfe an einem Justaucorps gesucht. Meine erste Wahl waren Posamentenknöpfe. Ich meine diese kleinen Wunderwerke.



Auf der Suche nach deutschen Anleitungen...

Herrenweste, 18. Jahrhundert - Probeteil

Der Lieblingsmann wünscht sich zum venezianischen Maskenball eine neue Weste. "Kannst du auch eine Weste mit Taschen nähen?" (Seine jetzige Weste hat nur Attrappen.) Okay - das wären dann zwar meine ersten Taschen (und nebenbei: auch meine erste Weste), aber so schwer kann's ja nicht sein.

Probe-Teil


Wichtel-Geschenke

Die Rokoko-Tanzgruppe des Schlosses Friedrichsfelde hat am 13.12. ihre Weihnachtsfeier. Wir ziehen uns schick an, fallen über ein Mitbring-Buffet her und natürlich tanzen wir auch.

Letztes Jahr war unser Abschlusstanz der Branle des chandelier“ (Reigen mit dem Kerzenleuchter). Auf der Tanzfläche befanden sich zwei Tänzer mit dreiarmigen Kerzenleuchtern in der Hand, suchten sich eine Partnerin und tanzten mit ihr. Alle anderen standen um die Tanzfläche herum und bewunderten die Tänzer. Die Leuchter wurden nach einer gewissen Zeit an neue Tänzer übergeben - so lange, bis jeder mal an der Reihe war.

Dieses Jahr werden alle Tänzer zugleich auf der Tanzfläche sein, und jeder soll ein Licht in der Hand halten. Die Utensilien dafür habe ich in 25 kleinen (selbst genähten) Säckchen aus Leinen verpackt.

In jedem Säckchen sind ein Teelichthalter mit Teelicht, Mini-Streichhölzer und etwas zum Naschen. Auf einen Haufen sehen die Säckchen niedlich aus.

Bestickte Knöpfe für einen Justaucorps


Für den Winterball am 9. Dezember hat sich der Lieblingsmann von André Markov eine Hose und einen Justaucorps schneidern lassen. Das neue Ensemble ist aus dunkelgrauem Samt. Es ist in die Zeit um 1785 einzuordnen.

Mit viel Ausdauer hat mich André überredet gebeten, bestickte Knöpfe zu machen.


Rokoko-Herrenhemd

Gestern ist ein Herrenhemd fertig geworden, das das Rokoko-Outfit meines Mannes ergänzen wird. Es ist komplett handgenäht. Mit diesem ersten Versuch aus alten Laken bin ich recht zufrieden.


Den Schnitt habe ich "Costume Close-Up: Clothing Construction and Pattern"  von Linda Baumgarten entnommen. Er besteht aus lauter Vierecken und war eigentlich leicht nachzuvollziehen. Schwierigkeiten hat mir aber der Halsbereich gemacht. Als ich rund um den Hals nach Anleitung eingekräuselt hatte, war meinem Mann das Hemd an den Schultern zu eng...

Bergère

Das Rokoko-Tanzensemble des Schlosses Berlin-Friedrichsfelde, zum dem der Lieblingsmann und ich gehören, hatte beim diesjährigen Schlossfest wieder mehrere große Auftritte. Für die Auftritte sowie Spaziergänge im Schlossgarten ist die große Ballrobe nicht so geeignet. Deswegen habe ich relativ günstig ein (schmuckloses) Rokoko-Ensemble gekauft und mit Rüschen und Blümchen "gepimpt". Zusammen mit dem Kleid kamen auch die Engageantes zum Einsatz, die schon seit Januar fertig waren und auf ihren Einsatz gewartet hatten.

Nun gehört zu einem 18. Jahrhundert-Nachmittags-Outfit definitiv eine Kopfbedeckung. Deswegen wurde eine Bergère passend zum Kleid dekoriert sowie ein Häubchen und eine Halsbinde genäht. Den Rohling für die Bergère habe ich in der Historischen Marketenderei gekauft.



Beidseitig tragbare Tunika


Unser Freund Erich möchte dem Franco-Flämischen Contingent beitreten. Er bat mich, das Schnittmuster für eine Woll-Tunika zu erstellen. Beim Mittelalterfest im Landl ergaben sich Zeit und Gelegeheit.

Für das Probeteil habe ich Leinen aus meinem Fundus benutzt. Als das Probeteil passte, wurde es aufgetrennt und der Schnitt auf Papier übertragen. Auch wenn das Leinen maschinell gewebt und chemisch gefärbt ist, war es zu schade zum Wegwerfen. So ist eine Wende-Tunika entstanden.

Ich habe Kappnähte verwendet, die sehen von beiden Seiten gut aus (was Kappnähte sind, habe ich im Leibhemd-Post erklärt). Die Belege am Ausschnitt, an den Ärmeln und am Saum habe ich beidseitig angebracht. So hat die Tunika zwei gute Seiten. Mal sehen, ob Erich die Tunika tatsächlich beidseitig trägt.

Die Farben sind im Original viel schöner...

Wie macht man so einen beidseitigen Beleg? Ich hab ein Beispiel genäht und fotografiert. Hier die Bildergeschichte dazu:

Gesmokte Schürze

Meine liebe Freundin Anja organisiert seit Jahren die Burgwoche. Sie ist die erste Magd, die treue Seele der Burgmannschaft. Sie hat ein Prestigeobjekt redlich verdient und nun eine gesmokte Schürze bekommen.




Polsterung Topfhelm

Die Burgmannschaft wird auch diesjahr wieder einen Schmied haben. Und von ebendiesem Schmied hat der Lieblingsmann eine Leihgabe bekommen - einen Topfhelm. Der Helm war zu groß, trotz Polster- und Kettenhaube. Also musste eine Polsterung her.

Nun ist es schwierig, in einen Helm eine Polsterung hinein zu nähen. Endlose Versuche möchte man ja auch nicht machen. Module könnten eine Lösung sein. Und mit diesem Ansatz sind dann zwei dickere und zwei dünnere Schläuche aus Leinen entstanden. Diese wurden gestopft mit Wollvlies (war noch vom Gambeson übrig), in Form gelegt und in dieser Form vernäht. Minimaler Aufwand, jetzt passt der Helm sehr gut.



Wulsthaube

Im Kurs für historischen Tanz haben wir uns dieses Semester mit Tänzen der Renaissance beschäftigt. Schon wegen des Lutherjahres. Am letzten Kursabend verkleiden wir uns, genießen ein Mitbringbüffet und tanzen natürlich. Kostümtechnisch sollten wir uns dem Thema Renaissance nähern.

Ich habe nur Mittelalter-Kleidung, aber die kann man ganz gut adaptieren. Der Hingucker an meinem Kostüm war diese Wulsthaube. Nur eine Zutat - die Wulst - musste ich nähen. Alles andere fand sich im Fundus.


Weil so viele Fragen nach dem Aufbau der Haube kamen, und ich meinen Kopf zum Ende des Abends tatsächlich "entblättern" musste, hier eine kleine Bildergeschichte.

Damenstrümpfe

Im Mittelalter-Manufaktur-Blog habe ich eine gute Anleitung für Damenstrümpfe gefunden. Den Schnitt habe ich benutzt und mir aus sehr dünnem Wollstoff solche Strümpfe genäht.



Wappenrock

Ab Pfingsten trifft sich ein Haufen Unentwegter auf Burg Mildenstein, um für eine Woche mittelalterliches Leben nachzuempfinden. Es wird wieder eine aufregende Woche. Wir werden versuchen, viele Besucher zur Burg zu locken.

Ein buntes Programm wird geboten mit Handwerk, Brückenkampf und Bogenschießen. Die neue Schwarzküche im Herrenhaus ist fertig. Dort kann man den Mägden und Knechten über die Schulter gucken und den Duft vom frisch gebackenen Brot genießen. Auch die Harfenspielerin Schattenfee ist wieder da.

Einer unserer Kämpfer, Martin, ist seit 4 Jahren treuer Gefährte des Burgvogts. So manches Mal mimt er den "Erklärbär" für die Besucher, und das macht er richtig gut. Für dieses Jahr hat er sich eine Beförderung gewünscht. Die wird er bekommen, und außerdem einen Wappenrock in den Farben des Burgvogts.


Der Wappenrock ist komplett handgenäht und gefüttert mit weißem Leinen.

Spitzenhäubchen

Zu meiner 1775er Robe à l'Anglaise ist eine weitere Ergänzung entstanden: Ein Häubchen!


Es ist bewusst "nur" ein Aufsteckhäubchen geworden. Der Anstand ist gewahrt - ich trage eine Haube. Gerade mal so.

Das Häubchen ist wieder nur mit Nadel und Faden entstanden. Wie genau? Ganz einfach:

Hülle fürs Luftbett

So ein bißchen verwöhnt ist der Lieblingsmann ja doch. Bekommt ganz nebenbei Sachen für sein Mittelalter-Hobby genäht, und dann soll er sich noch über kleine Sachen freuen - wenn mal ein Seiden-Tuch umgenäht wird oder so... Das fällt ihm verständlicherweise schwer.

Vorhin fragte er, ob er mir einen Auftrag geben könnte - ich müsste nur etwas applizieren. Und jetzt freut sich mein Mann!

Vor knapp zwei Jahren habe ich eine Luftbett-Hülle genäht, aus grobem Leinen. Damit man im Mittelalter-Lager auch mal das Zelt auflassen kann. Jetzt hat ebendiese Luftbett-Hülle schicke Applikationen bekommen - am Kopfende einen breiten Streifen und am Fußende einen schmalen.


Der Besatz ist Möbelbezugs-Stoff, den haben wir vergangenen Oktober aus Hastings mitgebracht. Abgesetzt habe ich beide Streifen mit 2 mm breiter bräunlicher Soutache. Dann sieht man nicht so den Zickzack-Stich, mit dem der Stoff angenäht worden ist, und es ist ein sauberer Abschluss.

Ich freue mich schon auf die Burgwoche - da kann der Vogt dann sein weises Haupt standesgemäß betten.

Cotta mit Brokatbesatz

Zur Burgwoche wird der Vogt neue Gewandung tragen. Gestern ist eine wadenlange Cotta fertig geworden.


Der Schnitt einer Cotta ist einfach:

Zinnenhüte

Zu Pfingsten versammelt sich wieder ein Haufen Unentwegter auf Burg Mildenstein, um für 7 Tage mittelalterliches Leben nachzuempfinden. Es gibt keinen Kunststoff, keine Armbanduhr, kein Internet und kein Handy. Aber es gibt Stände: Ritter und Söldner, Mägde, Knechte und Knappen. Und es gibt einen Burgvogt - den stellt der Lieblingsmann dar.

Für den Vogt sollte ein Hut entstehen.  Ein Hut.


Pfauen-Maske

Im Februar 2016 habe ich auf dem Blog "Neues vom Sonnenfels" ein absolut bezauberndes Pfauen-Kostüm gesehen.
Das war Inspiration für die Maske, die ich zum venezianischen Maskenball im Schloss Friedrichsfelde tragen wollte.
Hier kommt ihre Geschichte.


Mantelet (Cape 18. Jahrhundert)

Bei dem eisekalten Wind, der im Moment weht, empfiehlt sich ein Mantel. Auf dem Weg zum Ball, mit Reifrock und allem drum und dran, ist ein Mantel eher ungünstig - der drückt den Rock platt.
In Vorbereitung auf den venezianischen Maskenball in Hamburg ist darum ein Mantelet entstanden.


Vorbilder für ein Mantelet sind einige zu finden:

 



Unterrock 18. Jahrhundert

Für meine Robe à l'Anglaise ist der passende Unterrock fertig geworden. Endlich!


Entwurf, Schnitt und Anleitung stammen wieder von André Markov, meinem absoluten Lieblings-Nählehrer.

Besonderheit: Die Rückseite musste wegen des beträchtlichen Unterbaus deutlich länger werden.
Damit der geneigte Leser weiß, was ich mit "beträchtlichem Unterbau" meine, hier die passende Bildergeschichte.

Neue Zeiten.
Engageantes

Gestern sind Engageantes fertig geworden. Das sind Rüschen, die vornehmlich reiche Damen des 17. und 18. Jahrhunderts an den Ärmeln trugen, und die unter dem (normalen) Kleid hervorlugten.



Rechts: Marquise de Caumont la Force von François Hubert Drouais (1767)